Azubis lernen von Azubis – manövrierfähig wie die Profis

Nina Kühn und Klaus-Michael Hoeren (Sparkassen-Azubis)
Franziska Lemm und Ahmet Siala (Volksbank-Azubis)
noch einmal Franziska Lemm und Ahmet Siala (Volksbank-Azubis)
die Lerngruppe

Bankkaufleute in spe setzen im Unterricht von künftigen Kaufleuten für Bürokommunikation auf Expertenteams

Schüler-Kooperation als relevante Dimension des Unterrichts: Das am Gelsenkirchener Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung bewährte Schulprojekt „Azubis lernen von Azubis“ hat Anfang Februar (am 04.02.2010) an der Grimmstraße stattgefunden. Es bot angehenden Bankkaufleuten die Möglichkeit, Fachwissen und Erfahrung an künftige Kaufleute für Bürokommunikation als Mitschüler weiterzugeben.

Brigitte Hoffmann und Jörg Plackmann betreuten das Projekt als Fachlehrer des Berufskollegs. Franziska Lemm und Ahmed Siala, Auszubildende der Volksbank Ruhr Mitte eG (2. Lehrjahr) sowie Nina Kühn und Klaus-Michael Hoeren von der Sparkasse Gelsenkirchen (ebenfalls 2. Lehrjahr) nutzten die Chance, als Experten selbst einmal einen Unterrichtstag zum Thema Zahlungsverkehr in der Rolle eines Lehrers zu gestalten. Die Herausforderung lag auf der einen Seite darin, Fachwissen verständlich zu vermitteln. Auf der anderen Seite wollte man von den gleichaltrigen Schülern freilich ernst genommen werden.

Ein triviales Unterrichtsmodell von Lehrer zu Schüler kam für die vier Moderatoren dabei schon in der Vorbereitung nicht in Betracht. Unterrichtsqualität von Schülern für Schüler bedeutete für das bevorstehende Unternehmen der vier angehenden Bankkaufleute, frontale Unterrichtsstrukturen ins Reich der Fantasie zu verbannen und stattdessen auf interessante, weil interaktive Unterrichtsgestaltung zu setzen.

So teilten sich die Trainer für den Unterrichtstag die vier Schwerpunktthemen Lastschrift, Scheck, Überweisung und Kartenzahlung untereinander auf. „Auf diese Weise stand jeweils ein Spezialist für ein bestimmtes Thema zur Verfügung“, erklären die vier Banker ihre Strategie. „Die Unterrichtsteams, bestehend aus je zwei Bank-Azubis vermittelten den Bürokaufleuten mediengestützt die Grundzüge des Zahlungsverkehrs, indem sie die Schüler in methodischen Varianten in das Geschehen einbezogen.“ Fünf Schulstunden standen den beiden Teams für den zu vermittelnden Stoff zur Verfügung. Die Moderatoren kamen wechselweise in zwei Parallelklassen zum Einsatz. Somit hatten die Schüler der beiden Klassen immer wieder Gelegenheit, Fragen zum Thema Zahlungsverkehr zu stellen und sich notwendiges Wissen für die anstehende Klausur anzueignen.

Auch von authentischen Facetten des Lehreralltags blieben die Lehrenden nicht verschont. So mussten sie ihre Kompetenzen in Sachen technischer Manövrierfähigkeit abrufen, als eine mit viel Engagement zu Hause erstellte Power-Point-Präsentation zunächst nicht funktionieren wollte - sie war nicht kompatibel mit dem Schulcomputer. Aber auch dieses Problem wurde schließlich souverän gemeistert.

„Von dem Unterrichtsangebot machten die künftigen Bürokaufleute intensiv Gebrauch“, resümieren die vier Banker in spe ihre lehrreiche Erfahrung. So habe sich das Fragespektrum durchaus von Spezialthemen bis zu Praxisfragen erstreckt, zum Beispiel zum Thema Online-Banking.

„Lernende und lehrende Azubis haben an diesem Tag ihre Schule einmal anders erlebt“, erklären Lemm, Siala, Kühn und Hoeren, „es war für alle eine willkommene Abwechslung und für die Hauptakteure eine Herausforderung.“ Eine, an die man mit Einsatz und Spaß heranging und die man schließlich mit Erfolg meisterte. Erleichtert und ein bisschen stolz nahmen die vier Bank-Azubis das Lob von Schülern und Lehrern entgegen.

 
Sie sind hier: Projekte / AGs | Sonstiges | Azubis lehren Azubis 2010
Deutsch
English
Français